07.03.2013

Nur weil der Herr Professor...

Mit Ihnen das heute morgen so besprochen hat, brauchen Sie nicht zu glauben, dass .... also uns ist das einfach zu schwammig, wann wollen Sie denn jetzt gehen, wir müssen das ja noch alles organisieren...

So überfiel mich heute Nachmittag der Stationsarzt Benjamin B. Was war geschehen? Letzten Mittwoch war die Doppel-OP, alles war gut verlaufen, der aufgebohrte Vemurnagel sitzt bombenfest und macht mir keinerlei Probleme. Elle und Speiche sind erfolgreich getrennt worden und bis auf eine Blutarmut am nächsten Tag - mein HB-Wert blieb bei 7 - verlief alles unkompliziert. Die Gabe von zwei Blutkonserven löste jedoch dieses Problem schnell, die Aufklärung über das Wollen darüber machte auch schon B.
Ein junger, immer etwas ernst blickender Mann, als Stationsarzt wahrscheinlich chronisch in Zeitnot. Da kommt so ein Patient wie ich vermutlich grade noch recht: unter der besonderen Obhut des Chefs stehend, beliebt weil immer gut gelaunt und dazu noch als Wege Unfall privat versichert.

Gut, ich habe ein gutes Verhältnis zum Prof., er hat vor eineinhalb Jahren ja auch lang GE.nun an mir herum operiert. Glaube es waren damals acht OPs. Ausser dem reizte ihn wohl die komplexe Verletzung und deren Reparatur. Naja und da er mich für so fachkundig hält, die Zusammenhänge in meinem Ellbogen zu verstehen, erklärt er mir die OP halt anhand der 3D-Bilder direkt am Schirm.
Ich war ja auch überrascht, als er mich mit ins Stationszimmer lotste, wo das ganze Team zusammen saß und mir dort am Bildschirm alles erklärte.
Vielleicht rührt daher die Aversion gegen mich her.

Mir war ja schon aufgefallen, dass ich mit ihm nicht so warm werden würde wie mit den anderen, macht ja auch nichts, ich kann auch auf professioneller Ebene freundlich und sachlich meinem Gegenüber sein, kein Problem für mich, bin ich von Berufs wegen ja gewohnt.
Wenn jemand mich kritisieren will, soll er das offen tun, wenn B. es nicht passt, dass ich so ein gutes Verhältnis zu seinem Chef habe, dann muss er das eben in meiner Gegenwart verbergen und nicht mit dieser Art versuchen, mich zu deckeln.

Meine Bettnachbarin war richtig entsetzt über sein Verhalten, mir war das im ersten Moment gar nicht so bewusst gewesen.

Da fehlt es eben dann doch noch ein bisschen an Erfahrung und Professionalität, das Eingehen auf den Patienten auf neutraler, aber freundlicher Ebene, das fehlt ihm noch ein bisserl.

Aber vielleicht kommt das ja noch, ich wünsche es ihm jedenfalls!

Und nein, lieber B., ich möchte keine Sonderbehandlung, ich bilde mir nichts auf meinen Privatstatus ein und ich bin nicht nachtragend! Wir sehen uns morgen früh bei der Visite!

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