Vor meiner Zeit als Polytrauma war ich zwar immer fit, aber nicht immer gesund.
Und um herauszufinden, was denn meinem Innersten so fehlt, wurde ich von meinem damaligen Internisten in die hiesige Uniklinik eingewiesen.
Dort wurden dann so nette Tests wie Glukosetoleranztest, 24 Std Dauer-EKG etc. gemacht; so langsam kam man meiner Schilddrüse auf die Schliche und es stand dann - als Vorbereitung auf die Resektion derselben - noch eine Katheter-Blutentnahme an. Also Katheter in die Leiste, bis oben hochschieben und an den verschiedenen Stellen dann Blut abnehmen.
Geschah wohl im Rahmen einer Studie, oder so, denn es waren noch zwei nette Studenten beteiligt. Die holten mich morgens im Zimmer ab; da die Entfernung von einer Klinik (Innere) zur anderen Klinik (Chirurgie) nicht weit ist, beschlossen wir, den Weg zu Fuß zurück zu legen.
Wir waren eine nette Runde, unterhielten uns über dieses und jenes aus dem Uni-Leben. In der Chirurgie angekommen, stellte sich heraus, dass ich mit den Örtlichkeiten weit besser vetraut war als sie und dann kam das Beste:
Wir stehen so vor der OP-Schleuse und einer der Studenten fragte mich dann: "Und was ist Ihre Position jetzt hier?"
Bei meiner Antwort "Ich bin der Patient, dem sie jetzt das Blut abnehmen werden" fiel beiden die Kinnlade runter und sie wussten plötzlich nicht mehr, was sie sagen sollten.
Dann kam auch schon die OP-Schwester und unsere Wege trennten sich.
Später im OP fand ich sehr interessant, auf dem Monitor live mitverfolgen zu können, wie der Draht in mir hoch wandert; einmal kratze es plötzlich hinterm Ohr. Kommentar des arztes:"Tschuldigung, falsch abgebogen!"
Und wenn man dann sieht, wie der kiefer sich beim Sprechen bewegt.... hihihi.
Der Rücktransport fand dann im Liegen statt; hochdramatisch sah das aus, ich noch mit OP-Häubchen ; sagte meine Bettnachbarin wenigstens.
Das ist jetzt nun bald 7 Jahre her, aber ich weiß das noch wie heute und es zaubert mir jedesmal wieder ein Lächeln ins Gesicht.
25.09.2013
05.09.2013
Denen sollte man mal kräftig den Hintern versohlen! Mindestens! Solche Idioten!!!
Kam grade über Twitter rein:
Mannheim: Beim Rettungseinsatz angegriffen http://t.co/kWxRkLafUJ
— RNF Feeds (@rnfde_feed) September 5, 2013
26.08.2013
Es lebe mein guter Freund Ibu!
Von wegen Erholung. Seit ich hier am Bodensee bin, habe ich mehr Laufkilometer zusammen als zuvor. Und nicht in der Natur, am See oder im Museum, nein städtisches Pflaster wurde ausgiebigst getestet, Balsam für mein linkes Sprunggelenk;-)
Aber wenn s nicht mehr geht nachmittags, dann kommt eben mein guter Freund Ibu zum Einsatz und eine Viertelstunde nach unserer Zusammenkunft kann es weitergehen.
Dabei macht es durchaus einen Unterschied, ob er aus dem Hause Hexal oder dem Hause ratiopharm. Ich meine, dass die länglichen ratiopharm Ibus besser bzw. schneller wirken als die Runden von Hexal. Und das Einsatzfahrzeug bringt ihn immer ruckzuck herbei;-))
Aber egal, Hauptsache es wirkt!
Und da der nächste "Wir schauen mal in Ihr Inneres"-Termin in 5 Wochen sowieso ansteht, geht das auch noch bis dahin.
Außerdem lass ich mir von diesem OSG nicht meinen Urlaub vermiesen. Der wunderbar ist: Sonne, See, Schiffahrt und vielleicht noch auf einen richtigen Berg.
14.08.2013
zufällige Fotosession mit Christoph 51
Gestern abend nach der Arbeit beim Auto angekommen und zufällig Christoph 51 auf dem Landeplatz erblickt. Und da ich bisher noch keine Gelegenheit hatte, die BK 117 näher anzuschauen, habe ich diese Gelegenheit doch gleich mal wahrgenommen. Kamera habe ich ja immer dabei und das kam dabei raus:
Liebe Grüße an die Besatzung und immer
Guten Flug und Gute Besserung!
09.08.2013
Von wegen "Alles ist gut"
Jetzt hatte ich gedacht, mit dem Einbau des neuen stärkeren Titannagels sei das Läufen kein Problem mehr und jetzt nach 5 Monaten fängt das Sprunggelenk an zu Zicken!
Zuerst dachte ich noch an Überlastung wegen der letzten Campusrunde, die ich nach längerer Zeit mal wieder gegangen bin. Joggen geht ja nicht mehr. Aber uch nach drei Tagen keine Besserung. Habe es nun mit verschiedenen Schuhen probiert, mit Erhöhung und ohne - keine Änderung. Und das jetzt kurz vor dem Urlaub!
Vor 6 Wochen bin ich noch ein ganzes Wochenende zu Fuß unterwegs gewesen, zwar abends total erledigt, aber keine Probleme mit dem Knöchel links.
Orr, ich will nicht wieder mit einer neuen Baustelle bei meinem Arzt auftauchen!!! Der Termin ist für Ende September geplant, solange werde ich es noch so versuchen, aber wenn es bis dahin nicht besser ist, dann heisst es eben wieder "Aller guter Röntgen sind drei" Ellenbogen, Oberschenkel und OSG links bitte zum Durchleuchten!
Und ich hatte mich schon so uf den Säntis gefreut.
24.07.2013
Dann press doch selber, Frau Dokta!
Dann press doch selber, Frau Dokta!
Aus dem Klinikalltag einer furchtlosen Frauenärztin
Aus dem Klinikalltag einer furchtlosen Frauenärztin
Von Dr, Josephine Chaos
Fischer-Verlag, 2013
978-3596196340
Im Geheimen haben wir es ja schon
immer geahnt, aber nie gewagt nachzufragen: Wie geht es denn nun wirklich
hinter den Kulissen eines Krankenhauses zu? Stimmen die Klischees der
Arztserien mit der Wirklichkeit überein, ist es immer nur dramatisch und sind die
Ärzte immer am Rande einer Katastrophe entlangeilend die Halbgötter in Weiß?
Oder ist das vielleicht alles
ganz anders???
Ein erfrischend witziges,
kurzeilig geschriebenes Buch einer jungen Frauenärztin, die natürlich unter
Pseudonym schreibt, berichtet sie doch von ihrem Arbeitsalltag in einer
gynäkologischen Notfallambulanz.
Herrlich die Beschreibung ihrer Kollegen, das Zusammenleben in der Abteilung und die merkwürdigsten Notfälle, die da so eintrudeln.
Göttlich die Typisierung mancher Patientinnen; manchmal glaubt man die Personen zu kennen, so treffend sind die Verhaltensweisen dargestellt. Aber auch die Dramatik kommt nicht zu kurz!
Herrlich die Beschreibung ihrer Kollegen, das Zusammenleben in der Abteilung und die merkwürdigsten Notfälle, die da so eintrudeln.
Göttlich die Typisierung mancher Patientinnen; manchmal glaubt man die Personen zu kennen, so treffend sind die Verhaltensweisen dargestellt. Aber auch die Dramatik kommt nicht zu kurz!
Das Buch ist aus dem Weblog von Josephine Chaos entstanden, das ich schon seit längerem begeistert lese; das
Buch habe ich als E-Book auf meinem mobilen Gerät gelesen; es ist genau richtig
um plötzlich entstandene Wartezeiten zu überbrücken oder einfach um einem mal
wieder ein lautes Lachen beim Lesen zu entlocken.
10.04.2013
Kläglich versagt......
als Mensch habe ich damals, Mitte der 90er Jahre etwa.
Im Café meines Mittagspausenvertrauens saß ich und wurde Zeuge eines Notfalls. Ein junger Mann, na eher ein Jugendlicher; wohl gerade aus dem Krankenhaus entlassen, denn er war mit reichlich Verwandtschaft unterwegs, noch nicht so ganz fit und aus den Gesprächsfetzen heraus zu hören waren immer mal bedauernde Worte und "das wird schon wieder" etc.
Eine Familie mit Migrationshintergrund, laut, Raum einnehmend und dadurch schon im Fokus der um sie herum sitzenden anderen Cafébesucher. Also kein Fall von, im Verborgenen ist was passiert, aber so genau hab ich es nicht mitbekommen.
Plötzlich verdreht der junge Mann die Augen und bekommt einen Krampanfall oder epileptischen Anfall; ich bin ja kein Mediziner, und damals war mir die Medizin ja noch viel ferner als heute.
Er war auf jeden Fall irgendwie abwesend und fiel dann auch mehr oder weniger von der Bank; seine Mutter hielt ihn und schrie immer nur "Mein Sohn, was ist mit meinem Sohn"
Die anderen am Tisch scharten sich um die zwei, er wurde auf den Boden zwischen den engstehenden Tischen gelegt und krampfte da weiter.
Und ich? Ich sass wie erstarrt ein paar Tische weiter und war völlig gelähmt. Im Kopf wusste ich genau, was zu tun wäre: die Tische und Stühle wegstellen, damit genug Platz war, falls der junge Mann um sich schlagen würde und damit er genug Luft bekäme. Vorne am Thresen Bescheid sagen (das war immerhin in noch handylosen Zeiten), dass sie den Notarzt alamieren sollen, die Verwandten beruhigen, einen anderen Menschen vorne am Eingang postieren, damit er den Weg weisen kann.
All das ging mir im Kopf herum; aber dass ich die Initiative ergriffen hätte? Nein! Feige und "Oh Gott, hoffentlich tut einer was"-gelähmt packte ich zusammen - zum Glück hatte dann tatsächlich einer den Notarzt alamiert - und ging.
Innerlich heulend über so viel Feig- und Unfähigkeit. Das hat mich doch so tief angegriffen, dass die Szenerie mir nach 20 Jahren noch genauso präsent ist wie heute.
Eine Konsequenz habe ich daraus gezogen; als mal wieder bei uns gefragt wurde, ob nicht jemand den Kurs zum Ersthelfer machen wolle, habe ich mich gemeldet und ihn dann auch in regelmäßigen Abständen immer wieder aufgefrischt.
Danach hatte ich tatsächlich zweimal die Gelegenheit, bei uns zwei Menschen zu helfen; natürlich war die Unsicherheit da; der Schreck fuhr mir in die Knochen, als das erste Mal der Anruf kam "Du musst kommen, einer jungen Studentin geht es schlecht" , aber zum Glück war noch nichts passiert, ich konnte sie in einen schnell rekrutierten Übungsraum bringen und dort für besserung sorgen. Sicherheitshalber riefen wir den Krankenwagen, als sie uns sagte, dass sie schwanger wäre; obwohl sie es zuerst nicht wollte.
Auch der zweite Fall, ein junger Dozent, der plötzlich zusammengeklappt war, war nicht sehr begeistert, als ich gerufen wurde und wollte sich zuerst nicht "behandeln" (doofer Ausdruck, denn behandeln kann ich ja nix) lassen, aber nachdem er das zweite Mal zusammengeklappt ist, habe ich auch wieder den Krankenwagen gerufen.
Vielleicht lag es daran, dass ich im Studentenalter nicht so als kompetente Person rüberkam, oder er als Dozent der juristischen Fakultät es nicht gewohnt war, einem studentenähnlichen Individuum Folge zu leisten.
Momentan bin ich "ausser Dienst", aber sobald ich wieder fit genug bin, mache ich nicht nur wieder den nächsten Auffrischungskurs, sondern dann endlich auch die Weiterbildung zum Sanitäter.
Drückt mir die Daumen....
Im Café meines Mittagspausenvertrauens saß ich und wurde Zeuge eines Notfalls. Ein junger Mann, na eher ein Jugendlicher; wohl gerade aus dem Krankenhaus entlassen, denn er war mit reichlich Verwandtschaft unterwegs, noch nicht so ganz fit und aus den Gesprächsfetzen heraus zu hören waren immer mal bedauernde Worte und "das wird schon wieder" etc.
Eine Familie mit Migrationshintergrund, laut, Raum einnehmend und dadurch schon im Fokus der um sie herum sitzenden anderen Cafébesucher. Also kein Fall von, im Verborgenen ist was passiert, aber so genau hab ich es nicht mitbekommen.
Plötzlich verdreht der junge Mann die Augen und bekommt einen Krampanfall oder epileptischen Anfall; ich bin ja kein Mediziner, und damals war mir die Medizin ja noch viel ferner als heute.
Er war auf jeden Fall irgendwie abwesend und fiel dann auch mehr oder weniger von der Bank; seine Mutter hielt ihn und schrie immer nur "Mein Sohn, was ist mit meinem Sohn"
Die anderen am Tisch scharten sich um die zwei, er wurde auf den Boden zwischen den engstehenden Tischen gelegt und krampfte da weiter.
Und ich? Ich sass wie erstarrt ein paar Tische weiter und war völlig gelähmt. Im Kopf wusste ich genau, was zu tun wäre: die Tische und Stühle wegstellen, damit genug Platz war, falls der junge Mann um sich schlagen würde und damit er genug Luft bekäme. Vorne am Thresen Bescheid sagen (das war immerhin in noch handylosen Zeiten), dass sie den Notarzt alamieren sollen, die Verwandten beruhigen, einen anderen Menschen vorne am Eingang postieren, damit er den Weg weisen kann.
All das ging mir im Kopf herum; aber dass ich die Initiative ergriffen hätte? Nein! Feige und "Oh Gott, hoffentlich tut einer was"-gelähmt packte ich zusammen - zum Glück hatte dann tatsächlich einer den Notarzt alamiert - und ging.
Innerlich heulend über so viel Feig- und Unfähigkeit. Das hat mich doch so tief angegriffen, dass die Szenerie mir nach 20 Jahren noch genauso präsent ist wie heute.
Eine Konsequenz habe ich daraus gezogen; als mal wieder bei uns gefragt wurde, ob nicht jemand den Kurs zum Ersthelfer machen wolle, habe ich mich gemeldet und ihn dann auch in regelmäßigen Abständen immer wieder aufgefrischt.
Danach hatte ich tatsächlich zweimal die Gelegenheit, bei uns zwei Menschen zu helfen; natürlich war die Unsicherheit da; der Schreck fuhr mir in die Knochen, als das erste Mal der Anruf kam "Du musst kommen, einer jungen Studentin geht es schlecht" , aber zum Glück war noch nichts passiert, ich konnte sie in einen schnell rekrutierten Übungsraum bringen und dort für besserung sorgen. Sicherheitshalber riefen wir den Krankenwagen, als sie uns sagte, dass sie schwanger wäre; obwohl sie es zuerst nicht wollte.
Auch der zweite Fall, ein junger Dozent, der plötzlich zusammengeklappt war, war nicht sehr begeistert, als ich gerufen wurde und wollte sich zuerst nicht "behandeln" (doofer Ausdruck, denn behandeln kann ich ja nix) lassen, aber nachdem er das zweite Mal zusammengeklappt ist, habe ich auch wieder den Krankenwagen gerufen.
Vielleicht lag es daran, dass ich im Studentenalter nicht so als kompetente Person rüberkam, oder er als Dozent der juristischen Fakultät es nicht gewohnt war, einem studentenähnlichen Individuum Folge zu leisten.
Momentan bin ich "ausser Dienst", aber sobald ich wieder fit genug bin, mache ich nicht nur wieder den nächsten Auffrischungskurs, sondern dann endlich auch die Weiterbildung zum Sanitäter.
Drückt mir die Daumen....
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